Zielsetzung
Während der Lenne-Oberlauf in einem guten ökologischen Zustand ist, werden ihr Mittel- und Unterlauf als mäßig bis unbefriedigend, abschnittweise sogar als schlecht bewertet. Die Einstufung des chemischen Zustand wird darüber hinaus für den gesamten Flusslauf mit „nicht gut“ bewertet. Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) ist auf eine nachhaltige und umweltverträgliche Wassernutzung ausgerichtet und verfolgt das Ziel, alle Gewässer in einen „guten ökologischen“ und „guten chemischen Zustand“ zu bringen.
Ausgangslage
Die Lenne prägt maßgeblich das Landschaftsbild der Region. Sie ist mit einer Lauflänge von insgesamt 128 km der längste und wasserreichste Nebenfluss der Ruhr. Im Tal der Lenne findet ein stetiger Wechsel von landwirtschaftlicher Nutzung zu Industrie-, Gewerbe- und Wohngebieten statt. Die Lenne ist stark geprägt durch Wasserkraftnutzung und hydrologisch durch die Biggetalsperre beeinflusst
Kurzbeschreibung
Künstliche Befestigungen an den Ufern der Lenne behindern sie vielerorts in ihrer freien Entwicklung. Damit der Fluss zu seiner natürlichen Gestalt zurückfinden kann, muss allerdings der Mensch eingreifen und seine eigenen Spuren beseitigen. Für die Renaturierung sind deshalb Baumaßnamen und Umgestaltungen erforderlich.
Die viele Arbeit lohnt sich: Seltene Arten, wie der Eisvogel oder die Uferschwalbe, finden an der „neuen“ Lenne wieder Lebensraum und Brutmöglichkeiten. Typische Fischarten, wie die Barbe, können sich im neugestalteten Flussbett wieder ausbreiten. Und zu guter Letzt profitiert auch der Mensch von den Renaturierungsmaßnahmen. Denn grundsätzlich sind umgestaltete Flüsse wesentlich besser gegen Hochwasser gewappnet, als ausgebaute.
Zahlreiche Menschen sehnen sich nach Naturlandschaften. Die überregional beliebte Lenneroute führt oft unmittelbar an den Renaturierungsabschnitte vorbei. Das Nebeneinander von Radweg und Flussnatur soll daher für neue und intensive Naturerlebnisse genutzt werden.